Die neue Kirche steht – jetzt auch auf beurkundeten Grundsteinen

Christine Ziesecke

„Eins plus eins ist mehr als zwei – gemeinsam sind wir mehr als die Summe unserer Teile!“ Unter dieser frohen Feststellung feierte die Evangelische Kirchengemeinde Rödermark in einem Festgottesdienst ihre Fusion.

Die Zusammenlegung ist zwar bereits seit dem 1. Januar Fakt, doch jetzt wurde durch Dekan Steffen Held offiziell die Urkunde dazu überreicht und die über fast 20 Jahre vorbereitete Fusion mit einem Glas Sekt gefeiert.

Wir bauen unsere neue Kirche – dies galt auch ganz vordergründig im Festgottesdienst in der bis auf den letzten Stehplatz besetzten Petruskirche: symbolische Karton-Bausteine mit all den Schwerpunkten, für welche die Kirchengemeinde Ober-Roden und die Petrusgemeinde bisher standen, wurden vom gemeinsamen Kirchenvorstand zur neuen Kirche zusammengefügt. Pfarrerin Christina Koch, die derzeitige Vakanzvertretung im pfarrerlosen Urberach, hatte dem neuen Haus (das aber weiterhin zumindest zunächst aus zwei Gemeindeschwerpunkten in Ober-Roden und in Urberach bestehen wird) auch gleich einen Apfelbaum mitgebracht, an den sie die Wünsche aus den Kirchengemeinden des Nachbarschaftsraumes hängte. Ebenso konnten Gemeindeglieder ihre Wünsche auf papiernen Äpfeln formulieren und anhängen. Die Gemeindepädagoginnen der beiden Ortsteile, Mairine Luttrell und Elke Preising, erinnerten sich auf einer Bank unterm Apfelbaum daran, wie sie von Anfang an und schrittweise immer mehr gemeinsam gearbeitet haben und damit die Jugend gleich auf einen gemeinsamen Weg gelenkt haben.

In seiner Predigt war Dekan Steffen Held voll der guten Hoffnung: „Eines der Geheimnisse eures Erfolgs: Ihr habt euch Zeit gelassen, schon fast 20 Jahre! Zeit, die ihr genutzt habt, einander kennen zu lernen... Gockel und Fisch [die Symbole der beiden früheren Gemeinden; Anm. der Red.] sind einander nahe gekommen.“ Aus einer einstigen Vision heraus ist nun ein gemeinsames Haus entstanden, „und wir brauchen diese Visionen; sonst wäre auch niemals Kathedralen entstanden... Wir bauen unsere Kathedrale, eine neue Kirche für Rödermark, und wir alle sind lebendige Steine!“

Gerne hätte er zu diesem Fest auch schon zwei neue Pfarrer für Rödermark mitgebracht, „aber da müssen wir uns noch etwas gedulden!“ In seinem Blick zurück dankte er für die Unterstützung vieler bei diesem Projekt, allen voran Pfarrer Oliver Mattes, der als Gast an diesem Fest teilnahm, zu dem er über viele Jahre die Weichen gestellt und es sehr lebendig vorangetrieben hatte. Und Steffen Held bat die Gemeindeglieder: „Teile mit uns deine Visionen! Vertraue auf die neuen Wege! Siehst du es nicht: wir bauen eine Kathedrale!“ Dass dies auch alles manifestiert ist, bewies die Fusionsurkunde, die der Dekan anschließend der Vorsitzenden des Kirchenvorstandes, Erika Neudert, sowie ihrem Stellvertreter Martin Annighöfer überreichte – darin ist in trockenen Paragraphen, aber auch in motivierenden Worten der neue Status der „Evangelischen Kirchengemeinde Rödermark“ bescheinigt. Zur Auflockerung gabs dazu auch Süßes: eine Dose voller „Saure [Gummibärchen-]Fische“ und süßer Gockel-Lutscher – für die nächste vielleicht anstrengende Vorstandssitzung.

Nach dem Festgottesdienst wurde es eng im Gemeindehaus: fast alle Gäste blieben zum Empfang bei Sekt, Kaffee und Kuchen, dekoriert mit Backsteinen mit dem neuen Gemeindelogo, den in einem Kreis verbundenen Gockel und Fisch und dem „offiziellen“ der beiden verschmelzenden Kirchen. Aus den Grußworten von Bürgermeister Rotter, Pastor Jens Bertram für die Ökumene sowie Pfarrerin Kirsten Lippek für die Nachbargemeinden war deutlich die Freude über die gelungene Fusion zu spüren, die sicher noch so manche Hürde auf ihrem Weg stehen hat, aber einen guten und volltönenden Anfang genommen hat – mit Posaunen und Trompeten, mit Orgel und mit Flöten und mit der Jugendband in der Kirche und beim Empfang: „Komm, bau ein Haus, das uns beschützt....“

Christine Ziesecke

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