Die Evangelische Kirchengemeinde Rödermark hat wieder zwei voll besetzte Pfarrstellen – das allein ist schon ein starker Grund zur Freude. So wurde der (durchaus heiße) Sonntag, an dem Pfarrerin Dr. Anke Mühling in ihr neues Amt als Gemeindepfarrerin neben Pfarrerin Eva Lawrenz eingeführt wurde, auch zum Freudentag. „Aber wann haben Sie sich das letzte Mal so richtig gefreut? So richtig euphorisch, mit Geist, Körper und Seele“, fragte dann auch Dekan Steffen Held die Gäste in der restlos überfüllten Petruskirche. Und er motivierte sie schon einmal zum Üben – damit sie sich nach der offiziellen Amtseinführung auch schon etwas warmgefreut hatten und diese Freude ihrer neuen Seelsorgerin übermitteln konnten. Das wurde dann auch spätestens nach dem Einführungsgottesdienst möglich, in dem Dr. Anke Mühling über die Freude am Neuen, aber auch den Verlust des Bisherigen sprach und es mit alttestamentlichen Beispielen belegte – ganz im Sinne des Verses „Die Freude am Herrn ist unsere Stärke“.
Dass sie vor der Kirchentür von den vollen Klängen von fünf Alphörnern begrüßt wurde, ist sicher einmalig für solch ein Fest; dass es dabei zu Saft und Sekt und anschließend zu leckeren Häppchen – vorbereitet vom Männerkochclub der Kirchengemeinde – überging, ist eher üblich. Musikalisch begrüßten auch der Rejoice-Chor („wir haben gehört, dass Sie Taizé-Gesänge mögen“) und der Flöten- und Gitarrenkreis der Kirchengemeinde die neue Pfarrerin, ebenso wie in der Kirche schon der Organist Niklas Burger und der Urberacher Posaunenchor unter der Leitung von Michael Hitzel. Dazwischen kamen die Gemeindeglieder und viele weitere Gäste zu Wort und ließen mit kurzen und humorvollen Wünschen das Neue für ihre Pfarrerin im rechten Licht erscheinen.
Das Apfelbäumchen des Kirchenvorstandes mit ersten liebevoll gestalteten, aber noch hölzernen Äpfelchen bekam von den Gruppen der Gemeinde noch viele weitere Früchte – von den Jugendvertretungen bis zum Seniorenkreis und von den Posaunen und den Gitarren bis zu den Gemeindemitarbeiterinnen des neuen Nachbarschaftsraumes. Kollegen der Schwestergemeinden wie etwa Pastor Jens Bertram oder zuvor schon Dr. Jude Njoku sowie Wendelin Huber für den urlaubenden Pfarrer Klaus Gaebler gaben ihrer Freude ebenso Ausdruck wie das Dekanat selbst mit einem bodenständigen hessischen Bembel-Körbchen in Grau-Blau. Bürgermeister Jörg Rotter bestätigte, dass die Lage für die Kirchengemeinden ebenso wie für die Stadt derzeit recht kritisch ist, doch dass seine Tür für Pfarrerin Dr. Anke Mühling bei allen Sorgen und Fragen immer offen stehe.
Doch auch ein ehemaliger Kollege und Mitglieder ihrer langjährigen bisherigen Kirchengemeinde etwa hatten den weiten Weg nach Urberach nicht gescheut, „um zu schauen, wohin es die Anke verschlagen hat...“ Da die Familie von Pfarrerin Dr. Anke Mühling von der Seite ihres Ehemannes aus jedoch Wurzeln hier im Ort hat und damit auch fast vollzählig bei Gottesdienst und Empfang zusammen sein konnten, beruhigte sicher all jene, die sich nur schweren Herzens von der Seelsorgerin trennen konnte. Voller Vorfreude auf alles Kommende, aber auch Dankbarkeit für alles Bisherige rundete schließlich Pfarrerin Dr. Anke Mühling den warmen und herzlichen Empfang an ihrer neuen Wirkungsstätte ab – jetzt geht es für sie in den Alltag im Pfarrhaus in der Wagnerstraße über, parallel zum Pfarrhaus in der Rathenaustraße, in dem Pfarrerin Eva Lawrenz wohnt – doch in die Arbeit in und mit der Evangelischen Kirchengemeinde Rödermark werden sie sich nach gründlichen Vorgesprächen beide teilen, zumal am 1. Januar 2027 die Umsetzung des Nachbarschaftsraumes mit Rodgau vertieft wird.
Christine Ziesecke
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