Die Evangelische Kirchengemeinde Rödermark trauert um Frithjof Decker. Der langjährige Gemeindepfarrer der Evangelischen Petrusgemeinde Urberach und spätere Spezialseelsorger für Stadt und Kreis Offenbach ist im Alter von 74 Jahren am 15. August 2026 gestorben.
Als gebürtiger Frankfurter nach seinem Vikariat in Frankfurt und seiner ersten Pfarrstelle in Neu-Isenburg hat Decker fast 22 Jahre die Petrusgemeinde und das kirchliche Leben in Urberach geprägt. Von 1986 bis Mai 2008 begleitete er dort Menschen durch freudige und schwere Lebensabschnitte. Rund 720 Taufen, 70 Trauungen und 840 Konfirmationen waren in seine Amtszeit gefallen; hinzu kamen unzählige Gespräche und Trauerbegleitungen. Als dienstältester Pfarrer Rödermarks war er weit über die Grenzen seiner Gemeinde hinaus bekannt und geschätzt.
„Ich wollte immer ein Pfarrer sein, der für alle Menschen eintritt, vor allem für die, die am Rand stehen oder in Not sind“, sagte Frithjof Decker bei seiner Verabschiedung aus Urberach. Dieser Anspruch hatte sein Wirken bestimmt. Er hatte praktische Hilfen für wohnungslose Menschen, einen Mittagstisch für Alleinstehende, die Flüchtlingshilfe, die Weidenkirche und den Rödermärker Brotkorb mit angestoßen. Zugleich stärkte er die Kinder- und Jugendarbeit, förderte ehrenamtliches Engagement und entwickelte gemeinsam mit dem Kirchenvorstand Ziele und mit „In der Liebe wachsen“ das Leitbild für die damalige Petrusgemeinde, deren Namensgeber er seit 1995 war. Für seine Idee der offenen Kirche hat er lange kämpfen müssen: „Es gibt Situationen, in denen Menschen das Bedürfnis haben, in die Kirche zu gehen – da gibt es nichts Schlimmeres als eine verschlossene Tür“. Auch die ökologische Ausrichtung war ihm wichtig wie zum Beispiel die Installation der Photovoltaikanlage auf dem Dach der Petruskirche und dem Bau einer Zisterne. In Rödermark gehörte Pfarrer Frithjof Decker auf dem Fahrrad zum vertrauten Stadtbild. Weitere Leidenschaften waren die Musik, der Tanz und das Krimilesen.
Decker verstand Gemeinde als gemeinschaftliche Aufgabe. „Ein Arbeiter im Weinberg allein richtet nicht viel aus“, bekannte er bei seinem Abschied. Unter seiner Leitung war die Zahl der Ehrenamtlichen erheblich gewachsen. Gottesdienste und Predigten nahe am Leben der Menschen wie zum Beispiel „Gottesdienst mal anders“, das „Sedermahl“, „Hirtenweihnacht auf der Bulau“ und das ökumenische Miteinander, eine intensive seelsorgerliche Begleitung, das diakonische Profil und der Einsatz für Umwelt und Nachhaltigkeit waren zu Kennzeichen der Urberacher Gemeinde geworden.
Über seine eigene Pfarrstelle hinaus hatte Decker Verantwortung im damaligen Evangelischen Dekanat Rodgau übernommen.
Im Juni 2008 wechselte Decker aus der Gemeindearbeit in die Spezialseelsorge. Dort widmete er sich mit jeweils einem halben Dienstauftrag der Altenheim-, Krankenhaus- und Hospizseelsorge im damaligen Dekanat Rodgau sowie dem Auf- und Ausbau einer koordinierten Notfallseelsorge in Stadt und Kreis Offenbach.
„Frithjof Decker hat Kirche als verlässliche Begleiterin der Menschen gelebt – nahbar, zugewandt und mit einem besonderen Blick für diejenigen, die Unterstützung brauchten“, erinnert Dekan Steffen Held an den Verstorbenen. „Sein langjähriges Wirken in Urberach, in der Leitung des Dekanats und in der Spezialseelsorge hat viele Menschen und unsere Kirche in der Region geprägt. Dafür sind wir ihm sehr dankbar“.
Frithjof Decker hinterlässt Spuren in der Petrusgemeinde, im Dekanat und bei vielen Menschen, die er begleitet, gestärkt und miteinander verbunden hat. Gottes Segen möge auch mit ihm sein auf seinem letzten Weg. Jetzt sieht er, was er glaubte.
Die Petrusgemeinde ist ihrem langjährigen Pfarrer Frithjof Decker zutiefst dankbar für sein Wirken und Tun. Das Mitgefühl der Gemeinde gilt seiner Frau Gudrun, seinen vier Kindern und allen Angehörigen.
Die Trauerfeier für Pfarrer Frithjof Decker beginnt am Freitag, 21. August um 11 Uhr auf dem Friedhof in Rödermark/Ober-Roden an der Kapellenstraße.