Nicht nur leere Worte: „Gebt dem Frieden eine Chance!“

veröffentlicht 08.10.2026, Evangelische Kirchengemeinde Rödermark

Der fünfte Jazzgottesdienst hinterlässt tiefe Spuren bei den Besuchern

Noch am nächsten Tag waren die Besucher des mittlerweile fünften Jazzgottesdienstes – diesmal wieder im Jazzkeller - tief bewegt von den Worten und der umrahmenden Musik dieser alljährlich einmaligen Veranstaltung. Die Worte rund um das Thema „Give Peace a Chance“, also dem Frieden eine Chance geben, klangen immer noch nach. Grund dafür war die Tatsache, dass Pfarrer in Ruhe Gerd Schröder-Lenz – der für diesen einen Gottesdienst alljährlich seinen Ruhestand unterbricht, weil er dieses Zusammenspiel selbst bewegend findet – nicht nur redet, sondern jedem seiner Worte auch um seine eigenen Erfahrungen rund um das zutiefst ernste Thema Frieden unterlegt. Gemeinsam mit Mitgliedern des Kirchenvorstandes der Evangelischen Kirchengemeinde Rödermark feierte er diesen Gottesdienst, vor allem auch begleitet von vier Musikern um Saxophonisten Heiko Ommert und den Bassisten Roland Ulatowskies vom Jazzclub Rödermark, die davor und danach, vor allem aber auch während der Lesung von Gedichten von Kurt Tucholsky und Hanns-Dieter Hüsch die Worte mit Musik untermalten. Mit vier Szenen belegte Pfarrer Schröder-Lenz die Dringlichkeit von Frieden und die Verpflichtung zum eigenen Einsatz dafür – schmiedet Schwerter zu Pflugscharen, auch wenn ihr dafür wie einst der ursprüngliche Schmied ausgebürgert werdet. Wie stehen wir heute dazu? „Wir haben viel zu viel Angst und reihen uns zu denen ein, die da sagen: ‚Wir müssen kriegstüchtig sein!‘“ Dabei sollten wir uns immer wieder die einstigen Zeilen von John Lennon und Yoko Ono vor Augen halten: „War ist over – if you want it!“, oder auch im Lied „All We are Saying: Give Peace a Chance!“

Die gemeinsame Veranstaltungsreihe „Kirche meets Jazz“ wurde auch in diesem Jahr von den beiden Gründern dieser Gottesdienste, von Jazzclub-Vorsitzender Sylvia Altenberg und Kirchenvorstandsmitglied Andreas Bürgam eröffnet. Kirche unter Menschen bringen – einen Versuch war es wert, dies einmal außerhalb der kirchlichen Mauern zu starten, und schon der erste Versuch gelang damals - statt der erwarteten 30 Gäste kamen über 70; der Jazzkeller war bis auf den letzten Platz belegt. In diesem Jahr waren es an die hundert Gottesdienstbesucher, die teilweise fast mit stockendem Atem den Ablauf verfolgten. „Wir wollten anfangs einfach mal etwas gemeinsam machen, und das möglichst hier im Keller. Die Musik verbindet uns doch ohnehin.“

Christine Ziesecke