Sie hatten uns den falschen Bus geschickt. Auch das e-Auto, das separat fuhr, war voll besetzt. Was nun? Glücklicherweise bot eine beherzte Frau an, mit ihrem Auto zu fahren und noch jemand mitzunehmen. Welch ein Glück! So konnten wir doch noch pünktlich starten. Mit an Bord war unsere neue Pfarrerin Dr. Anke Mühling, die die Zeit nutzte, um viele Ausflügler kennen zu lernen.
Auch in Lorsch war der Beginn holprig: Einer der 2 bestellten Führer hatte uns vergessen. Wir wollten uns schon alle 55 in einer Gruppe auf den Weg machen, da kam noch eine Frau angerannt; man hatte sie aus einer Sitzung geholt! Jetzt konnten wir planmäßig in zwei Gruppen starten. Ausführlich wurde vom Aufstieg und auch dem Niedergang des einst so mächtigen Klosters berichtet. Die Bedeutung der heute noch so einzigartigen Torhalle ist immer noch unklar, vielleicht war sie einmal die Empfangshalle für edle Gäste. Sie hatte ein wechselvolles Schicksal: Nach langem Leerstand baute sie der Landgraf von Hessen und bei Rhein Ende des 19. Jahrhunderts zu einer privaten Kirche um. Diese Änderungen wurden im 20. Jahrhundert wieder zurückgebaut und so erstrahlt die Torhalle wieder in vollem Glanze. Unser Führer hatte sich direkt auf uns eingestellt: Er berichtete von den Beziehungen zwischen dem Kloster Rothaha und dem Kloster Lorsch, dem es damals unterstand.
Nach einem leckeren Mittagessen war noch Zeit für einen kleinen Spaziergang durch den Ort, bevor es zum nächsten Highlight ging: Das Treffen mit unserem ehemaligen Pfarrer Oliver Mattes. Wir fuhren zu einem gemütlichen Cafe außerhalb Bensheims, wo er uns schon erwartete.
Nach einer von viel Wiedersehensfreude geprägten herzlichen Begrüßung ging es zum Kaffeetrinken mit üppigem Kuchen und vielen Gesprächen. Dann brachte uns der Bus nach Gronau, dem Wohnort und der neuen Wirkungsstätte der Familie Mattes. Die von Pfarrer Mattes gestaltete Andacht rief viele Erinnerungen an seine Zeit bei uns wach. Und so war es nicht verwunderlich, dass bei der persönlichen Segnung der Ausflügler die eine oder andere Träne über die Wangen lief.
Im Anschluss an die schöne Andacht überraschte uns der dortige Kirchenvorstand noch mit einem Glas Sekt, den wir bei herrlichem Wetter vor dem Kircheneingang genossen. So verging die Zeit wie im Fluge und alle waren sich einig, dass es ein wunderschöner Ausflug mit vielen tollen Eindrücken und Erinnerungen war.
Kurz vor 20 Uhr kamen wir alle wohlbehalten wieder in Rödermark an.
Doris Huber