Durch ihre Lage bietet sie eine tolle Aussicht auf die Orte Ebernburg und Bad Münster am Stein sowie den Rotenfels. Dieser kann mit der mit 200 Metern höchsten Steilwand Deutschlands nördlich der Alpen aufwarten. Untergebracht waren wir in der als Familienferien- und Bildungsstätte ausgebauten Burg.
Abends stand die erste Weinprobe im urigen Burgkeller auf dem Programm. Winzer Gattung stellte uns die im Familienbetrieb ausgebauten Weine vor und erzählte vom Generationswechsel innerhalb des Betriebs, der hier offensichtlich gut gelungen ist. Während der Bruder vorwiegend im Weinberg und im Weinkeller unterwegs ist, kümmert er sich eher um die betrieblichen Dinge sowie die Außendarstellung.
Am Samstag wurde wie bei jedem Weinwanderwochenende üblich gewandert. Die 12,5 Kilometer lange Wanderung führte uns zunächst durch einen Wald oberhalb des Alsenztals zu einem Aussichtspunkt bei Feilbingen und weiter zum Schinderhannesloch. In diesem kurzen Stollenloch soll der berühmte Räuber nach einem Raubüberfall seine Beute mit seinen Mittätern geteilt haben. Bald trafen wir am Birkerhof mit einem Teil der Gruppe, die eine etwas kürzere Strecke gewählt hatten, zusammen und wanderten anschließend gemeinsam zum Weingut Rapp. Eine dritte Gruppe war entlang der Nahe zum Kurpark in Bad Münster am Stein und weiter zum Weingut Rapp gewandert. Bei einer Weinprobe mit hervorragendem Imbiss berichtete uns Winzer Rapp von der Arbeit als Winzer, wobei er den Schwerpunkt eher auf die Probleme legte, die man in landwirtschaftlichen Betrieben in der heutigen Zeit zu bewältigen hat. Wie auch bei der gestrigen Weinprobe wurden vorwiegend Weißweine angeboten. Abends wurde im Schlosshof gegrillt. Ein toller Sonnenuntergang rundete den Tag ab.
Am Sonntag hielt Erika Neudert eine Andacht in der Bastion der Burg. Dabei wurde auch dem kürzlich verstorbenen ehemaligen Pfarrer Frithjof Decker gedacht. Die Weinwanderwochenenden gehen auf eine Initiative von Familie Decker im Jahr 2000 zurück. Danach standen Führungen im Steinskulpturenmuseum auf dem Programm. Dieses Museum und der umgebende Skulpturenpark gehen auf eine Initiative der Familie Kubach-Wilmsen zurück. Der japanische Architekt Tadao Ando entwarf das zugehörige Gebäude, in dem wir die Ausstellung ‚Künstlerpaare-Gemeinschaftsarbeiten‘ bewundern konnten. In packenden Worten erläuterten Livia Kubach und Michael Kropp die ausgestellten Objekte, bei denen immer der Stein im Vordergrund steht.
Den gelungenen Abschluss des Weinwanderwochenendes bildete das gemeinsame Mittagessen im Restaurant Brauwerk an den Salinen in Bad Kreuznach.
Volker Rauch